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Der Vorleser
Beschreibung
Die Rahmenhandlung des Films spielt im Jahr 1995. Der Rechtsanwalt Michael Berg trifft sich mit seiner Tochter Julia, fährt mit ihr zum Grab seiner ersten Liebe Hanna Schmitz und erzählt ihr, zum ersten Mal überhaupt, von sich und Hanna. Die Geschichte beginnt im Jahr 1958 in Neustadt. Der fünfzehnjährige Michael Berg übergibt sich auf seinem Heimweg. Eine fremde Frau, die 36-jährige Straßenbahnschaffnerin Hanna Schmitz hilft Michael, wieder auf die Beine zu kommen. Drei Monate später, nachdem Michael sich vom Scharlach erholt hat, beschließt er, die Fremde aufzusuchen und sich mit einem Strauß Blumen bei ihr zu bedanken. Ab diesem Tag entwickelt sich eine Liebesbeziehung zwischen den beiden, doch Hanna hält ihn auch auf Distanz, nennt ihn penetrant „Jungchen“. Michael lässt sich das gefallen, obwohl er rein körperlich einen Kopf größer ist als sie. Es entwickelt sich das Ritual, dass Michael Hanna – die auf diese Weise ihren Analphabetismus vor ihm zu verbergen sucht – vor dem Sex aus Büchern vorliest. Mit der Zeit kühlt die Beziehung etwas ab, Michael ist wieder mehr mit seinen Schulkameraden zusammen, unter anderem interessiert sich eine attraktive Mitschülerin für ihn. Eines Tages ist Hanna – aus Gründen, die nur dem Zuschauer offenbart werden – plötzlich verschwunden. Michael ist schockiert. Im Jahre 1966 beobachtet Michael im Rahmen seines Jurastudiums einen Prozess gegen mehrere ehemalige KZ-Aufseherinnen in Mannheim. Unter ihnen ist, für Michael völlig überraschend, seine ehemalige Geliebte Hanna Schmitz. Sie macht unbegreifliche Aussagen. Zur Begründung des barbarischen Umgangs mit den KZ-Häftlingen gibt sie banale Motivationen an. So rechtfertigt sie etwa mit naiver Ernsthaftigkeit die Selektion von Häftlingen zur späteren Vergasung damit, dass man zu wenig Platz im Lager gehabt habe, um alle Häftlinge unterzubringen. Den Tod von 300 jüdischen Häftlingen in einer brennenden Kirche erklärt sie so, dass die Aufseherinnen den Häftlingen nicht hätten helfen können, weil sie das dann entstehende Chaos nicht hätten bewältigen können. Hinter Schmitz’ Verhalten steckt keine dreiste oder verächtliche Chuzpe bei vollem Bewusstsein der begangenen Verbrechen, sondern sie meint es ernst; sie war offenbar unfähig, die moralischen Dimensionen der Vorgänge im KZ richtig einzuordnen.
Filmlänge 124 Min.


























































